Überholung der Bremssättel

Gerhard's picture

ich habe gerade mehrere Versuche zur Überholung der Bremssättel hinter mir. Lästig ist dabei, dass bei lange gelagerten Teilen die Kolben nicht mehr aus den Sätteln wollen. Einer kommt meist schnell, die anderen bleiben dann bombenfest sitzen.

Vielleicht ist folgender Weg eine Erleichterung. In den Sätteln vorne ist nach der Trennung beider Sattelhälften ( 4 Schrauben ) eine Verbindungsbohrung zwischen den beiden Hälften mit O-Ring frei. Hierhinein kann man ziemlich schräg eine M4 Schraube drehen. Dadurch lässt sich das Bohrungssystem für einen Kolben so abdichten, dass er entweder mit Pressluft oder mit einer Ölpresse herausgedrückt werden kann. Danach muss das Öl wieder herausgewaschen werden.

Für die hinteren Sättel reicht eine Gabel, um den am ersten freiwerdenen Kolben am Herausfallen zu hindern. 

Gerhard

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Pieter Jakobs's picture

Ich hab die Sättel eingebaut und die Bremsklötze weggelassen. Stattdessen einige dünne Holzplättchen zum Schutz eingebaut. Dann kann man mit dem Bremspedal die Kolben rauskriegen, je nachdem wie dick man gerade das Plättchen nimmt, hat bei mir funktioniert, Gruß, Pieter

Roman's picture

Hallo, das Zerlegen der Bremssattel kam für mich nicht in Frage, da nicht zulässig. Mir graust vor Bremssätteln auf dem Gebrauchtteilemarkt, die aufgeschraubt wurden. Hinweise, warum das Teilen nicht zulässig ist, habe ich zwar keine gefunden. Vermutlich sind aber die Schrauben über die Streckgrenze angezogen oder es handelt sich um eine Passung, die beim Zerlegen verlorengeht. Ich hatte die Prozedur von Pieter Jakobs angewendet und damit immerhin die Zylinder weit aus den Sitzen bekommen. Die Zylinder können sich aber in der Mitte schon berühren und noch immer festsitzen. Das Herausnehmen der Zylinder war mir außerhalb des Fahrzeuges lieber, zu groß ist das Gesabber mit Bremsflüssigkeit. Ein erster Bremszylinder geht immer mit Druckluft leicht raus. Achtung, nicht den Zylinder auf die Finger schießen lassen und mit viel versprühter Bremsflüssigkeit rechnen. Die nächsten Zylinder hatten auch auf den letzten Millimetern extrem geklemmt, daher folgendes: Die offenen Kolbensitze habe ich dann mit halbierten Flummis (Hopsbälle) verschlossen, damit ich wieder Druckluft aufbauen konnte.

Schraubzwingen und ein zweites paar Hände leisten gute Dienste. Ich mag unkonventionelle Lösungen, die gleichzeitig billig sind. Eine spezielle Zange, die innen in die Kolben eingreift , kostet weit im 3-stelligen Bereich. Noch schlimmer und viel knochenbrecherischer ist das Einsetzen der Kolbenmanschetten und das Anlegen des Spannringes. Da muss erst die geeignete Fingertechnik durch Probieren gefunden werden. Zu dicke Finger sind glaube ich nicht geeignet, zu schwache auch nicht. Dennoch habe ich das selbst gemacht, denn zu viele Mechaniker hatte ich schon beim Montieren von Bremsteilen bei unsauberer Arbeit erwischt. Festsitzende Bremszylinder führen zu Erhitzten, zum Verdampfen der Bremsflüssigkeit und zum Ausfall beider Bremssysteme. Daher auf heiße Bremsen achten, denn dann sitzt evtl. ein Kolben fest. Gruß Roman

Andreas Bertsch's picture

Hallo

Wenn man die entsprechenden Kanaldichtringe und das Anzugsmoment für die Dehnschrauben hat kann man die Sättel schon zerlegen, Sinnvoll ist jedoch der Austausch der alten Schrauben, hier kann man anstelle der 11.9 Festigkeit auch eine 12.9 Schraube mit etwas reduziertem Anzugsmoment verwenden. Auf keinen Fall dürfen die Schrauben wärmebehandelt werden, da sie sonst evtl. ihre Zugfestigkeit verlieren.

Die vorderen Kolben bekommt man problemlos mit einer Fettpresse heraus, nach Zerlegen der Sättel muss man einfach die offenen Kanäle mit einer Platte verschließen, dann kann man die restlichen Kolben herauspressen. Bei den hinteren Sätteln muss zuerst der Kolben gegenüber des Bremsleitungsanschlusses heraus, da man sonst keinen Druckanschluss mehr an dieser Sattelhälfte hat.

Auf alle Fälle sollten die Zylinder neu gehont und die Kolben aufpoliert werden. Ein neu galvanisch verzinkter Sattel sieht dann wieder super aus.

 

Gruß Andreas

All das wäre unnötig, wenn Silikon-Bremsflüssigkeit im System verwendet wird. Fahre seit über 20 Jahren damit. Kein Rost, keine klemmenden Kolben, keine Beschädigungen von Bremsschläuchen oder sonstigen Gummiteilen.

Salutations   Didier

Angefangen mit Prinz 2 , seit 1980 mit dem Ro unterwegs. Aber das ist eine lange Geschichte.

Salutations  Didier