Wintertreffen des Ro 80 Club International in Grainau bei Garmisch-Partenkirchen

Termin: 
7. Februar 2013 - 11. Februar 2013

 

Das Wintertreffen 2013 führt uns in das Zugspitzdorf Grainau bei Garmisch-Partenkirchen.

 

Ausgangspunkt ist das „Hotel am Badersee“ mit Blick auf die Zugspitze und die Waxenstein-Gruppe. Der idyllisch gelegene Badersee hat eine lange Tradition als Ausflugsziel.

Wir haben ein Kontingent an Komfort-Zimmern zu einem Sonderpreis im Seehaus mit Bergblick reserviert.

 

Hotel am Badersee

Am Badersee 1-5

D-82491 Grainau/Zugspitzdorf

Tel.: 08821/8210

Fax: 08821/821292

www.hotelambadersee.de 

info@hotelambadersee.de

 

Doppel- oder Zweibettzimmer 144,-€ (HP)

Einzelzimmer 101,-€ (HP)

 

Die Zimmerpreise sind inkl. umfangreichen Frühstücks- und  Abendbuffet (HP)

 

Die Option besteht bis zum 20.12.2012 . Deswegen bitte ich alle Teilnehmer, frühzeitig zu buchen.

Außerdem ist es unbedingt erforderlich, dass sich alle Teilnehmer die nicht im Hotel am Badersee wohnen, bei mir anmelden!

Des Weiteren bitte ich alle Teilnehmer die nicht an allen Programmpunkten teilnehmen, mir dies vor der Veranstaltung mitzuteilen!

 

Vorläufiges Programm:

 

Donnerstag, 07.02.13:

Anreise.

Gelegenheit zum Besuch der Stadt Garmisch-Partenkirchen oder Spaziergang durch Grainau.

Gemeinsames Abendessen im Hotel am Badersee.

 

Freitag 08.02.13

Bei schönem Wetter gemeinsame Fahrt auf die Zugspitze. Mit dem Bus geht es zum Zugspitzbahn Bahnhof Grainau und dann mit der Zahnradbahn auf die Zugspitze.

Dort haben wir die Möglichkeit zum Skifahren oder/und zum Besuch des Gletschergartens. Zum höchsten Gipfel Deutschlands geht es dann mit der Gletscherbahn. Später fahren wir mit der Eibsee-Seilbahn zu Tal und mit dem Bus wieder zum Hotel.

(bei schlechtem Wetter Alternativprogramm)

 

Samstag 09.02.13

Um 9 Uhr starten wir Richtung Ettal. Dort besuchen wir unmittelbar neben dem berühmten Kloster Ettal die Schaukäserei Ammergauer Alpen. Unsere Führung beginnt um 10 Uhr. Danach besteht die Möglichkeit, im Schaukäserei-Laden einzukaufen.

Anschließend Zeit zur freien Verfügung. Gelegenheit zum Besuch der Klosterkirche Ettal, Mittagessen oder Fahrt zum benachbarten Schloß Linderhof.

Um 13:30 Uhr starten wir gemeinsam vom Mandlweg in Ettal zum Olympia Skistation nach Garmisch-Partenkirchen. Nach kurzem Aufenthalt fahren wir in Richtung Partnachklamm. Zu Fuß machen wir uns durch die Partnachklamm auf den Weg zum Berggasthof „Forsthaus Graseck“. Durch den Fels gesprengte Stollen und Durchgänge ist die Partnachklamm auch im Winter begehbar, wobei die bizarren Eisgebilde dieser Naturschönheit einen besonderen Reiz geben. Wer das nicht möchte, kann gleich mit der Graseckseilbahn zum Forsthaus hinauffahren. Im Forsthaus gibt’s Kaffee und Kuchen. Zu Tal geht es für alle mit der Seilbahn. Anschließend Rückfahrt zum Skistadion und nach Grainau.

19 Uhr gemeinsames Abendessen im Hotel.

Sonntag 10.02.13

Wir fahren um 9 Uhr zum Kochelsee. Dort besuchen wir das Informationszentrum des Walchenseekraftwerks. Nach einer Gruppenführung fahren wir über die Kesselbergstraße zum Walchensee. Ab dort Zeit zur freien Verfügung, Gelegenheit zb. Für Spaziergang am Walchensee oder im nahegelegen Ort Wallgau, sowie zum Mittagessen.

Um 14 Uhr treffen wir uns zur Weiterfahrt am Parkplatz des „Hotel Post“ in Wallgau. Von dort aus fahren wir nach Mittenwald, eines der weltweit bedeutendsten Zentren des Geigenbaus. Um 15 Uhr besuchen wir dort das Geigenbaumuseum.

Danach ist für uns in einem Cafe reserviert.

Anschließend Rückfahrt über Garmisch-Partenkirchen nach Grainau.

Gemeinsames Abendessen um 19 Uhr im Hotel.

 

Montag 11.02.13

Gemeinsames Frühstück im Hotel, danach Abreise

 

Ich bitte daran zu denken, dass im Alpinen Gebiet zu dieser Jahreszeit Winterausrüstung Pflicht ist!  Also an Winterreifen sowie entsprechendes Schuhwerk und Kleidung denken!

 

Gute Anreise wünscht

Steffen Hofmann

veranstaltungen@ro80club.org

Kontakt: 

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Steffen Hofmann 
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Berichte: 

Keine vorhanden

Kommentare

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Kaum ist das erlebnisreiche Herbsttreffen in der Lüneburger Heide vorbei und schon geht es weiter.

Steffen, Du legst Dich als Eventmanager mal wieder voll ins Zeug.

Danke für Deinen unermüdlichen Einsatz im Sinne des Clubs und der Mitglieder.

Das Ziel gefällt uns. Es ist im Sommer wie im Winter eine der schönsten Landschaften Deutschlands. Wir sind dabei.

 

Gruß

Walter u. Gisela Huettenhain

 

Bild von Steffen Hofmann

 

Jetzt die Zimmer buchen im Hotel am Badersee!

 

Unsere Option endet am 20.12. !

 

 

Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmer.

 

Gruß

Steffen Hofmann

Steffen Hofmann  * Veranstaltungen * Organisation * Treffen

Ro 80 Club Deutschland e.V. - Verein für Kreiskolbentechnik

 

Bild von Walter Hüttenhain

Dieser Bericht war eigentlich zum Abdruck im nächsten Wankel-Journal gedacht. Da der Druckauftrag für die kommende Ausgabe aber bereits erteilt wurde, stelle ich den Bericht hier ein. Wenn der Bericht gefällt, dann freut mich das. Wenn er nicht gefällt, dann ärgert mich das nicht. Beides darf hier ruhig kommentiert werden.

 


 

Wintertreffen des Ro 80 Club International e.V. vom 07.02.-11.02.2013 in Grainau bei Garmisch-Partenkichen (Bericht von Walter Hüttenhain)

 

Steffen Hofmann, Petrus und Frau Holle - eine fruchtbare Symbiose

 

Lange hatte man im Werdenfelser Land, so auch im Olympiaort Garmisch-Partenkirchen und Umgebung, auf Schnee gewartet. Wochenlang war der Himmel bedeckt gewesen, doch außer ein paar vereinzelten Schneeflöckchen, die sich auf die Erde verirrten, hatte sich nichts getan. Wenn man überwiegend vom Tourismus lebt, dann tut das weh. Es tut erst recht weh, wenn Gäste vorzeitig ihre Wintersportgeräte einpacken und abreisen. Noch mehr "finanzielle Schmerzen" werden verursacht, wenn eingeplante Touristen, vom Wetterbericht beeinflusst, ihre Buchungen wegen Schneemangel stornieren. Tagesgäste bleiben dann ohnehin aus, denn grüne Wiesen können sie auch vor der eigenen Haustüre sehen. Dafür reisen sie nicht zu einer lediglich kalendarisch vorhandenen Winterzeit in das Werdenfelser Land.

 

Nun bewirken ja Mangelerscheinungen ganz allgemein hin nichts Gutes und auf Dauer können sich sogar bleibende Schäden einstellen. Hier gilt es also rechtzeitig vorzubeugen und im akuten Fall muss unverzüglich durch eine geeignete Therapie entgegengewirkt werden. Garmisch-Partenkirchen und das nur wenige Kilometer entfernte Zugspitzdorf Grainau entwickelten sich im zunächst überwiegend schneelosen Winter 2012/2013 zu akuten Fällen. Die Ski-Pisten und Loipen wurden Tag und Nacht durch Schneekanonen therapiert, wodurch jedoch lediglich die Symptome bekämpft wurden, aber nicht die Ursache. In solchen Fällen sind Mediziner offensichtlich machtlos. Hier sind vielmehr Touristikexperten mit durchgeführter Weiterbildung zum Eventmanager, mehrjähriger praktischer Erfahrung und persönlichen Beziehungen zu Petrus gefragt. Die Anzahl solcher Experten ist hierzulande sehr gering. Um ehrlich zu sein, ich kenne nur einen einzigen Eventmanager der es bisher geschafft hat, über seinen "heißen Draht zu Petrus" zu bewirken, dass zu einem vorher bestimmten Zeitpunkt rund um die Zugspitze Schneefall einsetzt.

 

Über den "heißen Draht" dazu motiviert, beauftragte Petrus seine für Süddeutschland zuständige Schneefrau, gemein hin besser bekannt als Frau Holle. Zwei Tage vor dem Winterreffen des Ro 80 Club International e.V. schüttelte sie die Kissen so kräftig aus, dass sich das Werdenfelser Land binnen weniger Stunden unter einer ca. 30 cm dicken Schneedecke versteckte. Wobei es da ja eigentlich nichts zu verstecken gibt, denn dieser südliche Landstrich dürfte wohl zu allen Jahreszeiten zu den schönsten Gegenden Deutschlands gehören.

 

Technische Kulturgutträger in einem der reichsten Landkreise Deutschlands

 

Und schon reisten die Teilnehmer an. Einige mit ihren farbenfrohen winterbereiften technischen Kulturgutträgern längst vergangener Tage, andere mit ihren im Vergleich zum Ro 80 eher weniger wintertauglichen Alltagsfahrzeugen. So zogen rund 15 Teilnehmerfahrzeuge Spuren durch den Schnee auf den Werdenfelser Straßen, die nach Anfahrtswegen von bis zu 700 Km in der Tiefgarage des Hotel am Badersee endeten. Gescheite Unterkünfte, und da hatte Steffen Hofmann mit diesem 4-Sterne-Hotel wirklich eine gute Wahl getroffen, kosten nun mal ihren Preis. Im Werdenfelser Land sowieso, denn schließlich kommt es ja nicht von ungefähr, dass der Kreis Garmisch-Partenkirchen zu den reichsten Landkreisen Deutschlands zählt.

 

Nicht jeder kann solche Preise zahlen, nicht jeder will solche Preise zahlen. Das muss man akzeptieren. Wer aber jetzt behaupten würde, die Leistungen des Hotels wären dem Halbpensionspreis nicht gerecht geworden, der war entweder nicht dabei, im falschen Hotel gelandet oder sollte vielleicht mal sein Anspruchsverhalten auf den Prüfstand stellen. Angenehme Räumlichkeiten mit teils moderner, teils mit bayerischem Flair angehauchter Ausstattung, jeden Morgen ein umfangreiches Frühstücksbüfett, jeweils ein schmackhaftes warm-kaltes Büfett an den Abenden, reservierte Tische, saubere Zimmer und freundliches Personal, das auch bereit war, Sonderwünsche zuvorkommend zu erfüllen (meine Frau und ich haben nun mal gerne ein zweites Kopfkissen), gaben keinen Anlass zu Kritik. An der Hotelbar konnte man die Tage in trauter Runde Revue passieren lassen und die Geselligkeit pflegen. Aber warum schreibe ich das überhaupt? Es hat ja keiner gemeckert, jedenfalls sind mir keine derartigen Geräusche an das Ohr gedrungen. Ja gut, über Nacht hat die vielleicht etwas altersschwache Heizung manchmal so geräuschvoll gepumpt, als müsste sie einen 55er Hanomag Traktor übertönen. Doch wer wollte ihr das verübeln, denn schließlich hatte sie gegen bis zu -16 Grad Außentemperatur anzukämpfen. Ganz abgesehen davon, kann man sich an Unterkünfte anlässlich früherer Treffen erinnern, deren Komfort unter dem Niveau so manch gepflegter Ro 80-Garage angesiedelt war.

 

Ja du Depp, du damischer, dann musst hoit ebn nauf fahrn

 

Minus 24 Grad meldete das Thermometer auf der Zugspitze. Einen Blick auf selbiges konnten wir allerdings nicht werfen, denn bei den dichten Wolken, die Deutschlands höchsten Berg in jenen Februartagen umgaben, hätte man den Abstand der Augen zu diesem Temperaturmessinstrument auf ca. 20 cm Entfernung verringern müssen. Das funktioniert nicht, wenn man sich rund 2,2 Kilometer unterhalb des Gebirgsmassivs im Tal aufhält. Ein Ureinwohner hätte vermutlich gesagt: "Ja du Depp, du damischer, dann musst hoit ebn nauf fahrn ". Doch unser Eventmanager hatte sich, entgegen der ursprünglichen Planung, gegen eine Fahrt mit der Zugspitzbahn und der Gletscherbahn entschieden. Nein, nicht einfach so, sondern nach vorheriger Befragung der Teilnehmer hinsichtlich ihrer wetterbeeinflussten Interessenlage. Wer hat schon Interesse daran, gegen Bezahlung eine nebelgestörte und insofern faktisch nicht mögliche Fernsicht über 200 Km hinweg auf die umliegende, nicht erkennbare Bergwelt vom Bodensee bis nach München zu genießen? Niemand, wie sich zeigte. Also, Besuch der Zugspitze abgehakt.

 

Hatte da nicht die Programmübersicht für den Fall der Fälle ein Alternativprogramm verkündet? Doch, hatte sie! Und sie fand statt, die Alternative.

 

Der Rentner Max Obermeier und die Olympia-Bobbahn Garmisch-Partenkirchen

 

Etwa zwei Dutzend vermummte Gestalten, angeführt von einem ebenfalls vermummten, aber sehr rüstigen Rentner, stapften im Rahmen des Alternativprogramms am Freitagvormittag den Fußweg am zugefrorenen Rießersee entlang. Zuvor waren sie durch eben diesen sympathischen Rentner, dessen Name mir leider entfallen ist, auf bayerisch-rustikale Art sehr freundlich auf dem Parkplatz unweit des Rießersee-Hotels begrüßt worden. Dort parkte das technische Kulturgut in mehrfacher Ausführung neben Allerweltfahrzeugen heutiger Bauart. Es schneite ununterbrochen.

 

Die überwiegend in schwarz gehaltenen Zipfelmützen, Kappen, Kapuzen, Handschuhe, Ohrwärmer, Winterjacken, Mäntel und Winterstiefel schützten die Teilnehmer bei den herrschenden Minustemperaturen vor Unterkühlung und passten sich recht bald schneebedeckt der Farbgebung der herrlichen Winterlandschaft an. Auch zwei Schirme waren als echter winterlicher Stilbruch zu sehen.

 

Der Rentner, ich nenne ihn jetzt einfach mal Max Obermeier, wusste sehr viel zu berichten. Mit großer Begeisterung erzählte er Geschichten rund um die im Jahre 1910 in Betrieb genommene und 1966 stillgelegte Olympia-Bobbahn Garmisch-Partenkirchen. Mit seinen enthusiastisch vorgetragenen Informationen zog er die Vermummten in seinen Bann, schwelgte in Erinnerungen an alte Zeiten der Bobbahn und vergaß dabei auch nicht die bobsportlichen Größen vergangener Epochen einschließlich der tödlich Verunglückten zu benennen. War er es doch, Max Obermeier, der die Olympia-Bobbahn zusammen mit Vereinskollegen zu neuem Leben erweckt hatte, der sich in jeder freien Minute dem Wiederaufbau zur Verfügung gestellt hatte und sich selber als etwas verrückt in Sachen Bobsport bezeichnet.

Es schneite immer noch, am Pumpenwerk, das nach rund 46 Jahren problemlos den Dienst wieder aufgenommen hatte, an der neu ausgebauten Zielkurve der Bobbahn und auf dem Weg zum Bobschuppen, auch als Bobmuseum bezeichnet und einmalig in seiner Art in Deutschland.

Max Obermeier, motiviert bis unter seine Wintermütze, erläuterte viele Ausstellungsstücke. Angefangen bei der Entwicklungsgeschichte der 17 historischen Bobs und noch lange nicht aufhörend bei der besonderen Kleidung der Bobfahrer. Still, ja fast andächtig wurde Max, als mittels VHS-Videorekorder die Historie der Olympia-Bobbahn und damit verbundene sportliche Ereignisse über einen Bildschirm flimmerten. Der Bildschirm gehörte zu einem alten Fernsehgerät, das vermutlich kaum weniger Jahre auf dem Buckel hatte, als die in der Nähe des Rießersee-Hotels parkenden NSU Ro 80.

 

So vermummt wie sie gekommen waren, begaben sich die Gestalten irgendwann auf den Rückweg zum Parkplatz. Jedoch nicht ohne zuvor ein großes Lob auszusprechen und ein verdientes Dankeschön an Max Obermeier zu richten, der sich seinerseits mit den Worten verabschiedete: "Wenn sympathische Leute wie Sie so großes  Interesse an der Sache erkennen lassen, dann macht es mir doppelt viel Spaß über mein Hobby, die Olympia-Bobbahn Garmisch-Partenkirchen, zu erzählen. Tschüss, macht's gut." Es schneite immer noch.

 

Einmal Bayernhaus hin und zurück

 

So viel frische Luft machte hungrig. Es sollte im Teil zwei der Alternative auch die Möglichkeit zur Füllung des Magens geben. Und wo? Im Berggasthof Bayernhaus! Aha, und wo war der Berggasthof Bayernhaus? Ganz einfach, nur wenige Geh-Minuten von der Bergstation der Hausbergbahn entfernt.

Es schneite immer noch, auch während der kurzen Fahrt zur Talstation der Hausbergbahn. Ganz Deutschland hatte offensichtlich Urlaub, so drängte sich der Eindruck beim Anblick der skifahrenden und rodelnden Menschenmassen auf den Pisten und Rodelbahnen am Hausberg auf. Steffen Hofmann kaufte die "Hin und zurück-" oder besser gesagt die "rauf und  runter-Tickets" und schon ging es mit der Kabinenbahn auf den Hausberg, während unter uns sportliche und weniger sportliche Skifahrer zu beobachten waren.

 

1340 Meter über dem Meeresspiegel endete die Beobachtung der Skifahrer an der Bergstation, dort wo die Verbindungswege den Zusammenschluss der Skigebiete Alpspitze, Kreuzeck und Hausberg zu Deutschlands Wintersportmetropole Nr. 1 zusammenwachsen lassen. Und wie konnte es anders sein, auch hier schneite es ununterbrochen, nur halt noch ein wenig stärker als im Tal. Wo war nur jetzt der Berggasthof Bayernhaus? Laut Beschilderung ca. 5 Geh-Minuten nach links, dem Auskunft gebenden Skibobfahrer folgend ebenfalls nach links, aber ca. 15 Geh-Minuten. Beide Zeiten zusammen und noch zusätzlich 5 Geh-Minuten hinzugerechnet entsprachen dann den tatsächlichen Gegebenheiten. In den bayerischen Alpen gehen die Uhren eben etwas anders. Man gewöhnt sich aber schnell daran.

Inzwischen hatte es aufgehört zu schneien. Ja wirklich! Für ein paar Sekunden blickte sogar die Sonne durch die Wolken. Hier oben war es jetzt einfach traumhaft schön. Die herrliche Landschaft, die schneebedeckten Berge und die sich von der Schneelast biegenden Nadelbäume machten den 5+15+5-Geh-Minuten-Weg zu einem winterlichen Erlebnis der besonderen Art. Ansichtskarten-Idylle, aber nicht kitschig, sondern, auch wenn ich mich wiederhole, einfach traumhaft schön.

 

Nicht nur wir, sondern geschätzt weitere ca. 150 Gäste bevölkerten den Berggasthof Bayernhaus. Unser Eventmanager war clever gewesen und hatte rechtzeitig Plätze reservieren lassen - klasse! Die Befürchtung längerer Anlieferungszeiten für die Gemüsesuppen, Schnitzel, Brat- und Currywürste und die diversen bayerischen Spezialitäten bestätigte sich nicht. Hier kannte man den winterlichen Besucheransturm offensichtlich (im Sommer ist das hier übrigens auch so) und die fehlende Bereitschaft der Wintersportler, lange auf das Essen zu warten. Ruck-Zuck konnten Löffel, Messer und Gabel in Aktion treten. Es schmeckte vorzüglich im Berggasthof Bayernhaus.

 

Dann ging es zurück zur Talstation. Kein Problem, denn jeder hatte ja eine "rauf und runter Fahrkarte" erhalten. Irgendjemand war aber auf die Idee gekommen, dass man ja auch den Fußweg nehmen könnte. Ja gut, zugegeben, nicht irgendjemand, sondern ich war der Ideenträger gewesen. Ich gehe mit, wir auch, wir schließen uns an und schon stapften rund 15 Teilnehmer los, während sich die Kabinenbahnfahrer zur Bergstation begaben. Es ging bergab, teilweise steil bergab. Zunächst war der durch Pistenraupen zur Rodelbahn umfunktionierte Weg gut begehbar. Später wurde es für einige beschwerlich, für andere sehr beschwerlich, sich durch den doch recht hoch liegenden Schnee ins Tal zu kämpfen. Manch einer wäre sicher, wenn er das vorher geahnt hätte, wohl doch lieber zum Kabinenbahn-Talfahrer geworden. Der Fußmarsch wollte nicht enden, Pausen wurden inzwischen immer häufiger und länger eingelegt, doch irgendwann hatten es alle bis zur Talstation geschafft. Und mal ehrlich, manch einer war sicher auch ein wenig stolz auf seine Leistung, an die er die folgenden Tage bei jedem Schritt durch starken Muskelkater erinnert wurde. Wandern bergab geht nun mal mehr in die Beine, als wandern bergauf. Der Weg zurück zum Hotel mittels fahrbarer Untersätze fiel da doch wesentlich leichter.

 

Das Alternativprogramm war eine vollwertige Alternative. Es hat Spaß gemacht, den ganzen Tag an der frischen Luft zu verbringen und die Landschaft so winterlich zu genießen, wie es die Jahreszeit vorsieht. So sollte ein Wintertreffen sein, egal ob mit oder ohne Muskelkater. 

 

Alles Käse oder was?

 

Ettal kennt jeder. Zumindest hat jeder schon mal von dem Kloster Ettal gehört. Doch unser Ziel am Samstagmorgen war nicht die Benediktinerabtei, deren Ruf ja vor Jahren durch "seltsame Vorkommnisse" stark gelitten hat, sondern die dort seit dem Jahre 2000 ansässige Schaukäserei Ammertaler Alpen eG. Die ca. 30-minütige Konvoifahrt, natürlich bei Schneefall, verlief ohne Komplikationen. Kurz zuvor hatte Steffen Hofmann per Handy mal wieder den Kontakt zu Petrus aufgenommen und ihn auf aufgelockerte Bewölkung mit gelegentlichem Sonnenschein umgestimmt. So erklärte sich die freundliche Wetterlage kurz nach der Ankunft auf dem Schaukäsereiparkplatz. Wie wird die Milch zum Käse? Was ist die Molke? Wann und wie entscheidet sich, ob Hart- oder Weichkäse entsteht? Wie kommt die Rinde an den Käse? All diese Fragen beantwortete eine nette Käse-Dame während ihres Kurzvortrages, um danach an der Verkaufstheke die Wünsche zahlreicher Wintertreffenteilnehmer gegen Bargeld zu erfüllen.

 

Der anschließende kleine Fußmarsch zum Klosterhotel "Ludwig der Kaiser" tat vor der erneuten Aufnahme von Speisen und Getränken gut. Weniger gut war die Laune des Personals im dazugehörigen Restaurant. Offensichtlich hatte man uns nach dem Motto "die kommen einmal und nie wieder" als Bustouristen auf Butter- und Heizdeckenfahrt eingeschätzt. Das Angebot der Speisekarte war in Ordnung, nicht aber das unfreundliche  Verhalten des Kellners. Wer weiß, welche Laus dem über die Leber gelaufen war. Darauf von mir angesprochen, reagierte er zunächst bockig, entschuldigte sich jedoch wenig später per Handschlag. In Ordnung, akzeptiert, aber den Abschiedsgruß "Auf Wiedersehen" werde ich sicher nicht in des Wortes eigentliche Bedeutung umsetzen.

 

Inzwischen war die Sonne starker Bewölkung gewichen. Es sah zwar wieder nach bald einsetzendem Schneefall aus, doch es blieb ohne Niederschlag und so verlief die Fahrt zur Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen unbeeinträchtigt ab. Dort, wo der schweizer Skispringer Simon Ammann im Jahre 2010 mit 143,5 Meter den Schanzenrekord aufstellte, tummelten sich hunderte von Menschen. Wir waren mittendrin im Getümmel. Es ist schon beeindruckend, wenn man in der Auslaufzone steht und hoch zum Schanzentisch sieht bzw. die Höhe des Anlaufturms vor Augen hat. Sich dort in die Tiefe zu stürzen, dazu gehört viel Mut und sportlicher Ehrgeiz.    

 

Und ewig rauscht die Partnach

 

Sportlichen Ehrgeiz entwickelten wenig später einige Teilnehmer, in dem sie den Weg zum  Berggasthof "Forsthaus Graseck" zu Fuß bewältigten. Dieser führte zunächst auf vereisten Wegen und Stegen und durch in Fels gesprengte Stollen und Durchgänge durch die ca. 700 Meter lange Partnachklamm. An den bis zu 80 Meter hohen Felswänden hingen bizarre Eisgebilde herunter und verliehen dieser Naturschönheit einen ganz besonderen Reiz.

 

Die anderen Teilnehmer ließen sich inzwischen schon längst den Kaffee und Kuchen im Berggasthof schmecken. Sie hatten den leichteren Aufstieg gewählt und in nur 4 Minuten mit der hauseigenen Seilbahn des Forsthaus Graseck den Höhenunterschied bewältigt.

 

4 Minuten bergauf mit der Seilbahn könnten vermuten lassen, dass die Partnachklammwanderer auch recht schnell den Weg nach oben gefunden hätten. Gefunden haben sie ihn natürlich, man kann sich da kaum verlaufen, doch der schmale, sich in Serpentinen den Berg hinauf windende Fußweg hat es besonders zur Winterzeit in sich. Drei Schritte vor und einen Schritt zurückrutschen ergibt eine seltsame Gangart, die jedoch auch irgendwann zum Ziel führt. Oben angekommen hat man das Gefühl, die dreifache Strecke gelaufen zu sein. So kamen sie dann auch einige Zeit später, teils trotz Minustemperaturen schwitzend, teils schwer atmend, beim Berggasthof an.

 

Alle traten den Weg zurück mit der Seilbahn an. Das ging wesentlich unbeschwerlicher und auch schneller. Schneller? Mitnichten! Mit diesem kleinen, an dünnen Drahtseilen hängenden Kasten, der nur mit 4 Personen oder max. 280 kg belastet werden durfte, brauchte es seine Zeit, bis das alle Teilnehmer wieder den Fuß im Tal aufsetzen konnten. Dies wartezeitverlängernd durch ca. 10-12 Personen, die noch vor uns in der Warteschlange standen. Beim Abendessen zeigte sich jedoch, dass alle den Weg zurück rechtzeitig hatten.

 

Der abgelaufene Tag hatte sich durch viel Käse, einen mürrischen Kellner, eine beeindruckende Olympia-Sprungschanze, bizarre Eisgebilde an zerklüfteten Partnachklamm-Felswänden und Seilbahnfahrten erlebnisreich gestaltet. Es war ein schöner Tag, der in der Hotelbar endete.    

 

Strom kommt aus der Steckdose

 

Das im Januar 1924 in Betrieb genommene Walchensee-Kraftwerk liegt am Kochelsee. Kurios oder? Nun, oben am Berg liegt ein Ausgleichsbecken mit 10000 Kubikmeter Fassungsvermögen, welches durch Wasser vom Walchensee gespeist wird. Durch 6 Rohre strömt es 200 Meter in die Tiefe um die 8 Turbinen zu betreiben, die sich dort im Kraftwerksgebäude befinden. 320 Millionen Kilowattstunden werden jährlich geliefert und wenn das Wasser seine Arbeit getan hat, füllt es den Kochelsee. Also doch nicht kurios, sondern eine durchdachte Geschichte, aus Wasserkraft Strom zu machen, der dann auf langen Wegen irgendwann irgendwo aus den Steckdosen kommt.

 

Wenn die Angaben des Betreibers stimmen, dann stellten die Wintertreffenteilnehmer am Morgen des Sonntags vor Rosenmontag ca. 0,03 Prozent der jährlichen Schar von rund 100000 Besuchern dar, die dieses Kraftwerk, das zu den größten Hochdruck-Speicher-Kraftwerken Deutschlands gehört, besichtigen. Es war kalt an diesem Tag vor Rosenmontag und der völlig überflüssige Wind verstärkte das Kältegefühl noch mehr. Da wurde es als richtig wohltuend empfunden, sich im gut beheizten multifunktionalen Medienraum, so werden die Ausstellungs- und Informationsräume des Kraftwerks bezeichnet, aufzuhalten.

 

Auf der anschließenden Fahrt über die Kesselbergpasshöhe zum Walchensee gab es einen Zwischenstopp. Von einem kleinen Parkplatz aus gab es einen grandiosen Blick über den Kochelsee und die schneebedeckte Landschaft. Blauer Himmel, Sonnenschein und dann ein so herrlicher Ausblick über das Werdenfelser Land, da geht das Herz auf. Wie schön die Welt fernab von jeglicher alltäglichen Hektik doch sein kann.

 

Anton aus Tirol

 

Im "Hotel zur Post" in Wallgau kann man gut essen; hier weiß man auch die Gäste freundlich zu bedienen. Das jedenfalls durften wir, nach einer Fahrt am blau-dunkelblau-türkis-farbenen Walchensee entlang, unterbrochen durch einen weiteren kleinen Zwischenstopp in Seeufernähe, erleben. Und wer hätte zuvor gedacht, dass kurz vor der Weiterfahrt nach Mittenwald auch noch zu unseren Ehren (oder war es eher dem Zufall zuzuschreiben) ein Karnevalszug den Verkehr zum Erliegen bringen würde. Das hier in dörflicher Umgebung des äußersten Südens Deutschlands und dazu noch in einer Gegend wo es bayerischer nicht sein kann als bayerisch, inzwischen dem Karneval gefrönt wird, hat nicht nur mich etwas überrascht. Es war jedenfalls schön anzusehen und die inbrünstig spielende Blaskapelle, die DJ Özis "Anton aus Tirol" schmetterte, als wollte sie Sieger im "Grand Prix der Volksmusik 2013" werden, hatte richtig Dampf drauf.

 

Der Größe des Dorfes war die Größe des Karnevalszugs angepasst. Er war also klein und dem entsprechend auch recht schnell vorbeigezogen. Wir konnten die Fahrt nach Mittenwald antreten.

 

Lieber den Himmel voller Geigen, als einen Nachbarn mit Trompete

 

Rund 15 Minuten dauerte die Fahrt nach Mittenwald. Wir parkten am Bahnhof und legten den kurzen Weg zum Geigenbaumuseum zu Fuß zurück. Es war kalt und zwischen den wunderschönen, durch Lüftlmalerei verzierten Häusern rund um die Kirche "St. Peter und Paul" sorgte der Wind für Farbe in den Gesichtern. So ist das nun mal - so muss es sein - bei einem Wintertreffen, denn sonst wäre es ja kein Wintertreffen. Dennoch steht für mich fest: Mittenwald ist im Sommer wesentlich schöner als im Winter.

 

Pünktlich zur Öffnungszeit standen wir vor der Tür des Geigenbaumuseums. Ob nun das allgemeine Interesse mehr den wärmenden Temperaturen in den Räumlichkeiten oder der Instrumentensammlung und dem Geigenbauhandwerk galt, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls war der gezeigte Film über den Geigenbau interessant und was uns ein junger geigenbegeisterter Geigenbaumeister rund um die Geige und den Geigenbau mit großer Begeisterungsfähigkeit erzählte, war es allemal wert zu erfahren.

 

Auch wenn die Köstlichkeiten des "Hotel zur Post" in Wallgau noch nicht ganz verdaut waren, so war doch schon wieder ein wenig Platz im Magen. So endete der Besuch in Mittenwald mit Kaffee und Kuchen im Cafe Haller.

 

Auf der Rückfahrt in das ca. 30 Km entfernte Zugspitzdorf Grainau konnten wir noch einmal die beeindruckende Winterlandschaft im Werdenfelser Land auf uns wirken lassen. Und sie wirkte! Wir waren rundum zufrieden, mit dem erlebnisreichen Tagesablauf und freuten uns trotz der gut gefüllten Mägen auf das abendliche Büfett. Man könnte den Eindruck gewinnen, solche Ausfahrten würden überwiegend aus Essen und Trinken bestehen. So ist es nicht, aber es ist ein angenehmer Bestandteil von solchen Treffen, die ja neben der Erkundung von Landschaften und Sehenswürdigkeiten auch in der Geselligkeit bestehen. Und die findet nun mal bei solchen Gelegenheiten kulinarischer Genüsse statt.

 

Alles hat mal ein Ende

 

Nach den abendlichen kulinarischen Genüssen stand in der Hotelbar die Siegerehrung an. Welche Siegerehrung? Ach-ja, ich habe ja ganz vergessen zu berichten, dass Steffen Hofmann zu Beginn des Treffens natürlich wieder die mittlerweile schon obligatorischen Fragebögen ausgeteilt hatte. Nur aufmerksame Teilnehmer können diese Fragebögen, deren Fragen sich überwiegend auf die Aktivitäten während der Treffen beziehen, beantworten. Abschreiben gilt dabei nicht! Auf keinen Fall! Es findet jedoch statt und wie das beim Abschreiben so ist, es werden auch Fehler abgeschrieben. Wie auch immer, es macht Spaß und es gibt auch immer drei Sieger nach Punkten. Wer abgeschrieben und gewonnen hat, verrate ich hier nicht.

 

Mit dem gemütlichen Abend fand auch das Wintertreffen 2013 sein Ende. Am nächsten Tag, am Rosenmontag, war Abreisetag. Jedenfalls für diejenigen, die nicht noch einen Tag länger gebucht hatten.

 

Inzwischen ist der Alltag wieder eingekehrt, mal mit mehr, mal mit weniger Hektik. Der Schnee ist größtenteils verschwunden und die Temperaturen gestalten sich etwas angenehmer. Es bleibt die Erinnerung an ein schönes und erlebnisreiches Wintertreffen 2013 in Grainau bei Garmisch-Partenkirchen und die Vorfreude auf das nächste Treffen, das Frühjahrstreffen im Odenwald. Wir, meine Frau und ich, freuen uns darauf.

 

Herzlichen Dank an Steffen Hofmann

 

Im Sinne des Zitats von Wilhelm Busch (dt. Schriftsteller, Maler u. Zeichner)

 

"Es ist ein lobenswerter Brauch: Wer was Gutes bekommt, der bedankt sich auch."

 

richte ich, auch im Namen meiner Frau, unseren herzlichen Dank an Steffen Hofmann für die tolle Organisation und Durchführung des Wintertreffens. Wir haben was Gutes bekommen und es hat uns sehr gut gefallen! Wenn es eben geht, sind wir bei den nächsten Treffen wieder dabei.

 

In diesem Sinne

Euer Club-Mitglied

Walter Hüttenhain

 

 

PS: Wer Schreibfehler findet, der darf sie behalten.

Bild von mick

Danke für den unterhaltsamen Rückblick auf das schöne Wochenende.

Wir hatten am folgenden Donnerstag noch das Glück des schönen Wetters und haben die Zugspitzfahrt nachgeholt.

Der traumhafte Ausblick war sein Geld wert.

 

Zugspitze

 

Grüße

Mick

Bild von Walter Hüttenhain

Hallo Mick,

 

ja, so muss das Wetter auf der Zugspitze sein.

 

Gruß

Walter Huettenhain