mein Ro80 soll schöner werden

Hallo liebe Ro80 Fangemeinde.

Ich möchte euch hiermit an den laufenden Verbesserungsmaßnahmen an meinem neu erworbenen malachit farbenen 75er Ro80 teilhaben lassen.

Ich mache das für mich als Dokumentation und für euch zur Unterhaltung. :)

In unregelmäßigen Abständen werde ich hier immer wieder Fotos präsentieren wie ich etwas verbessert, ausgetauscht oder repariert habe. Ich selber bin noch neu in der Ro80 Szene und habe vor kurzen einen recht gut erhaltenen 75er erworben an dem ich mich zukünftig zu schaffen machen werde. Lackieren ist eines meiner (vielen) Hobbys. :)

Ich hoffe ihr werdet Spaß an den Bildern und dem Begleittext haben.

 

Der Gedanke einer Fotodokumentation kam mir gestern, als ich anfing mich mal  etwas um die schönen Alufelgen zu kümmern.

 

Die Felgen wurden wohl vor längeren schon einmal poliert, sind jetzt aber wieder stumpf geworden.

Mit kam der Gedanke die Felgen erneut auf Hochglanz zu polieren und sie dann mit einem speziellen Lackaufbau mit Klarlack zu versiegeln, so das ihnen das Wetter nicht mehr zusetzen kann. Ich habe auf die gleiche Weise auf schon erfolgreich Chromteile mit einer Schutzhaut versehen.

Ich lies gestern zunächst die überalteten Reifen abziehen und entsorgen.

Dann staunte ich erst mal nicht schlecht wie die Sitzflächen der Reifenflanken aussahen.

Die Stellen wo der Reifen die Felgen berührte waren mit einem schwarzen Zeug verschmutzt. Es folgte eine stundenlange Schleiforgie. :) Mit Edelstahlschwamm aus der Küche und Sandpapier wurden allen Verschmutzungen zu Leibe gerückt. Eine schier endlos erscheinende Tätigkeit die eine wahre Geduldsprobe darstellt. Das Bad wurde ebenfalls bei den ständig nötigen Reinigungen der Felge eingesaut.

Übrigens hat sich der sau teure Felgenreiniger P21S von Dr. Wack Chemie als das einzig wirksame Gegenmittel gegen die harten Bremsstaubverkrustungen erwiesen. Den kann ich nur dringend empfehlen falls man ähnliches vor hat.

So schrecklich sah es in meiner Dusche aus als ich das Zeug anwendete:

 

Als das Stunden später endlich erledigt war zeigten sich die Felgen "grundgereinigt" und bereit für eine spätere Grundierung und Lackierung.

 

Die Innenseite der Felgen war vorher einfach nur schwarz von fest sitzenden Bremsstaub. Leider habe ich von Urzustand kein Foto mehr. Dank dem selbsttätig arbeitenden Dr.Wack Felgenreiniger, Nachhilfe durch Edelstahlschwamm von Netto und Sandpapier  sah die Felge dann irgendwann so aus:

 

Die Fläche wo der Reifen auf der Felge auflag war es mir aber teilweise immer noch nicht sauber genug.

Deswegen sandstrahlte ich diesen Bereich zusätzlich zur bisherigen Reinigung. Das ist im unteren Bild ansatzweise zu erkennen.

Jetzt war die Felge für mein Empfinden endlich hinreichend vom Dreck der Jahrzehnte gesäubert und vor allen gut aufgerauht für den späteren Lackaubau..

Als nächstes erfolgt jetzt das aufwändige Polieren der Vorderseite und danach das Grundieren und Lackieren der Innenbereiche der Felgn. Der nicht sichtbare Bereich der Felge wird zunächst mit einer "normalen" 2K Grundierung versehen, dann mit Diamantsilbermetallic (VW Farbton) Basislack beschichtet und abschliessend mit BerolithHS 2K Klarlack überzogen.

 

Im folgend Bild sieht man den aktuellen Zustand der Felgen. Die rechts vorne hatte ich schon vor ein paar Tagen mal etwas von Hand poliert. Dafür nehme ich ganz einfach "Autosol", eine uralte Polierpaste die meiner Meinung nach immer noch am besten funktioniert. Ich kenne nichts besseres obwohl ich über die Jahre viel anderes ausprobiert hatte.

 

Als letztes für heute erfolgte die "Anprobe" ob eine komplette Felge in die "Wärmekammer" hinein passt was glücklicher weise gerade so der Fall ist. Hier werde ich später der schon trockenen Lackierung ein wenig "einheizen" um das Lackergebnis noch ein wenig zu verbessern und die Aushärtung zu beschleunigen.

 

Fortsetzung folgt....

 

Euer

 

Bernd

Bild von Christoph

Moin Bernd,

 

Respekt! Besonders vor deiner Handpolitur, machst Du das ganz von Hand, oder mit einer Maschine?

 

Allerdings: falls Du in dem Backofen noch Kuchen etc. backen willst, würde ich davon abraten hier Lackfarbe einzubrennen  . . .  das Aroma wirst Du - nach meiner Erfahrung - ewig nicht los  . . . 

 

Gruß, Christoph

 

"Eine Unterscheidung von Perzeption und Illusion ist sinnlos." Humberto Maturana

Bild von Guido

Alte Haushaltsgeräte (die nicht mehr in der Küche verwendet werden ) eignen sich zur Arbeitserleichterung !

Der Ofen, wie hier als Kleinteiletrockenkammer und die Kochplatten als Teileanwärmer und die Einlegeböden mit Rand als Reinigungswannen; ein Geschirrspüler als Teilereiniger; eine alte Waschmaschine um Schläuche und andere Gummiteile zu Reinigen; ein alter Staubsauger als Absauggerät für die kleine Sandstrahlkabine, alte Edelstahltöpfe und Pfannen als Flüssigkeitsbehälter zum Teilewaschen, die alte elektrische Zahnbürste zum Reinigen in ganz engen Ecken; alte Metallsiebe als Behältnisse von Kleinteilen, die zum Reinigen in den Wannen und Töpfen sonst imer in die Pampe runterfallen  etc. etc. !  

Na ja, ich gebe zu: ich habe Platz genug in den Hallen und den anderen Außenräumen.

Es ist nur etwas Fantasie  und offene Augen gefragt, wenn man etwas aus dem Haushalt entsorgt !

 

Hat noch jemand andere Tricks? 

 

Es muß nicht alles original sein !

Hallo Christoph,

bei der Felge unten rechts im Bild hatte ich rein von Hand, mit noch montierten Reifen, poliert. Das ist eine ziemliche Fleißarbeit aber so schlimm ist es nun auch wieder nicht, dauert halt nur lange.

Für die restlichen Felgen habe ich mir ein Set Polieraufsätze für die Bohrmaschine gekauft. Ich wählte extra klein wirkende die aber nach Ankunft doch reichlich groß erschienen. Am besten wären Aufsätze aus festen Schaumstoff geeignet um die Polierpaste und ggf. etwas Wasser in Drehbewegungen aufzutragen. Aber solche hatte ich nicht gefunden.

 

Was den Backofen anbelangt so würde ich Dir zustimmen was das Erhitzen von öligen Motorenteilen anbelangt. Das Öl verdampft und schlängt sich zum Teil irgendwo nieder und stinkt dann später bei einem weiteren erhitzen erneut. Öl ist aber auch beim Raumtemperatur flüssig und kondensiert sobald sich der Ofen abkühlt.

 

Lackierte Teile jeder Art (ich lackiere gerne) hat mein Backofen schon sehr viele gesehen. Was da aus dem Lack ausdünstet würde es auch beim Raumtemperatur machen, es würde nur viel viel länger dauern. Die flüchtigen Bestandteile meiner Lacke sind auch bei Raumtemperatur gasförmig und daher kondensieren sie nicht an den erkalteten Backofenteilen. Deswegen schlägt sich da auch praktisch rein gar nichts nieder und wenn doch dann beseitige ich den "Hauch von Rest" durch ein abschliessendes starkes Erhitzen des Backofens. Das reicht nach meiner Erfahrung völlig aus.

Während des"Einbrennens" wird der Ofen ja maximal nur auf 70 Grad erhitzt, meist weniger. Deswegen nennt man das auch eher "forcierte Trocknung", man verkürzt eigentlich nur die Aushärtungszeit des Lackes. In den Backofen wandern nur bereits "vorgetrocknete" Teile, die nicht völlig durchgehärtet sind, also noch ein bisschen "riechen".

 

@ Guido

Genau, wir erobern die Küche! :)

 

Grüße

 

Bernd

Die Räder hatte ich eigentlich deswegen angegriffen weil ich gerade die vorderen Stoßdämpfer ersetze.

Beim Ausbau der Federbeine zerfiel dann noch ein Kreuzgelenk was jetzt nur noch von der Gummimanschette zusammen gehalten wird, dazu an anderer Stelle mehr.

 

Man kann es sich denken, auch die Federbeine sollen durch mich eine neue Lackierung erhalten. Dazu strahlte ich gestern die zunächst mit Verdünner gereinigten Federteller, die durch das Verdünnerbad schon fast die gesamt Farbe verloren hatten.

Immer wieder schön ein Bauteil zu sehen das durch den Sand (der auf dem Foto auch noch zu sehen ist) fast wieder wie neu ausschaut.

 

Das Gehäuse des Federbeins reinigte ich auch mit Verdünner, wobei sich auch dort der gesamte schwarze Lack auflöste. Ich hätte nicht vermutet das damals bei Boge ein einfacher 1K(ein Komponenten) Lack Verwendung fand.

Übrig blieb ein Gehäuse mit dessen lösungsmittelfester Grundierung. An einigen kleinen Stellen zeigte sich ganz leichter Rost, weswegen ich diese Stellen, z.B. die Kanten, etwas sandstrahlte.

 

Das wird jetzt alles grundiert und anschliessend mit einem schwarzen 2k Lack mit der Pistole lackiert.

 

Die Stoßdämpfer mussten erneuert werden weil sie erstens keine Dämpferwirkung mehr besaßen und zweitens hatte sich der vordere rechte innerlich zerlegt und blockierte neuerdings die Kolbenstange, was ein Einfedern unmöglich machte.

Hier zwei Bilder die den kaputten Stoßdämpfer von innen zeigen:

 

Das bin übrigens ich, der verrückte der das alles macht. :)

Nach dem Sandstrahlen musste ich gleich erst mal duschen gehen...

 

Das Problem mit der Antriebswelle, deren verzahnter Wellenstumpf aus dem Gleichlaufgelenk gerutscht war, konnte ich lösen.

Es ist aber immer ein furchtbar eklige Angelegenheit mit dem schwarzen Molykotefett der Gelenkwellen herum zu machen...

Wie gesagt war "nur" der Sicherungsring nicht richtig in seiner Nut eingerastet. Die beiden Federscheiben und die Konusscheibe waren noch drauf. Alles wieder zusammen gebaut, kurzer Hammerschlag zum einrasten und dann war es gut und wieder fest Ich vermute (im Nachhinein kann ich es nicht mehr genau sagen) das die beiden Federscheiben zuvor nicht richtig herum drauf waren. Ich habe einfach alles korrekt zusammen gebaut und dann ging es.

 

 

Es folgte gestern die Grundierung der zuvor gereinigten Gehäuse und Federteller des Federbeins.

Die beiden Federteller als auch die beiden Federbeingehäuse machten den bekannten Weg in die "Trockenkammer". :)

 

Heute dann erfolgte die Lackierung der Federbeingehäuse mit einem 2K Uni Lack in Tiefschwarz RAL 9005.

Ich habe den Lack in zwei Schichten aufgetragen wobei ich aus Platzgründen unter dem schwebenden Ro lackieren musste. Wenn ich sie nicht schon 30 Jahre hätte, ich würde mich selbst um diese Hebebühne in der eigenen Werkstatt beneiden. Sie ist nur eine einfache 1 Stempel Pneumatikbühne, aber super hilfreich bei so ziemlich allen arbeiten die man von unten erledigen muss. Betätigt wird sie einfach mit Druckluft. Um den Ro80 schweben zu lassen sind ca. 5 Bar nötig.

Damit er keinen "Grauschleier" bekommt habe ich ihn wie den Reichstag verhüllt, nur das diese Verhüllung Sinn macht.

 

Kurz über dem Fußboden erfolgte dann der Auftrag des schwarzen Lackes. so nebelt sowieso recht wenig nach oben zum geschützten Ro. Ich verwende dafür auch kleine Pistolen und relativ wenig Druck was den Nebel noch einmal stark reduziert.

Das ist das Ergebnis:

Den Lack hatte ich noch rumstehen und musste nichts kaufen. Sieht ein bisschen nach Klavierlack aus und ein Kumpel meinte das sie neu nicht so gut ausgesehen hätten. :) Fast zu schade um sie später nur im Radkasten zu verstecken. Der Lack stammt aus einem Projekt bei dem ich versuchte Lautsprecherboxen eine Klavierlackoptik zu verpassen. Es ist aber normaler robuster 2K Autolack. Man könnte auch einen ganzen Wagen so lackieren. Schwarz mag ich persönlich auf einem Ro80 außen aber gar nicht... :)

 

Jetzt mal was zum schmunzeln. Wofür macht man sich die viele Arbeit und die Kosten eigentlich wenn man einen Stoßdämpfer auch aus alten Stiefeln bauen kann ? :

 

Zwischenzeitlich habe ich meinen Bremskraftregler beim Versuch ihn zu zerlegen und mit ner neuen Manschette zu versehen, geschrottet.

Da habe ich mich einstweilen weiter mit den Polieren der Felgen beschäftigt.

Das folgende Video zeigt die erste fertig polierte Felge: http://www.daswindrad.de/videos/poliertefelge1.mp4

 

 

Bis demnächst.

Anregungen, Kommentare, Fragen etc. sind gerne willkommen.

 

Bernd