Zweitaktmotorenöl

in

Moinsen,

 

Das Thema "Zweitaktöl im Ro80" begleitet mich seit Jahrzehnten, schon in den siebzigern hatten ich jemand in der Nähe wohnen, der hat die am Läufer befindlichen Dichtelemente mit Zweitaktöl geschmiert, das dem Kraftstoff zugemischt wurde. Der hat also ganz einfach Gemisch 1:75 getankt, das konnte man damals noch an jeder Tanke fertig kaufen.

 

Und auch auf Clubtreffen konnte ich das schon öfters bestaunen, der hamburger Stammtisch hat zwei Mitglieder, die seelig mit Trabbiöl fahren. Der eine von den beiden war mit seinem Ro neulich auf Island, davor ist er so durch Canada und Südamerika gefahren, scheint also zu funzen...

 

Der Umbau ist sehr leicht zu machen, wer´s einfach haben will braucht nur den Benzinschlauch direkt an die Pumpe zu montieren, den nötigen Schlauchanschluss kann man sich besorgen. Die Öldosierpumpe lässt sich abschrauben und die dann entstehende Öffnung im Motorgehäuse ist durch eine geeignete Platte zu verschliessen, die angefertigt werden muß.

 

Beide Fahrer dosieren auf ca. 1:100, indem sie die geforderte Menge an Zweitaktöl nach dem Tanken manuel in den Benzintank einfüllen. Genutzt wird selbstmischendes halbsynthetisches Zweitaktmotorenöl. Die Ölversorgung der restlichen Maschine sowie des Drehmomentwandlers bleibt durch diesen Umbau unangetastet

 

Als Vorteil wird stets angegeben, daß Zweitaktöl dazu konzipiert ist um nur einmal benutzt und dann verbrannt zu werden, hierbei soll möglichst wenig Ölkohle entstehen und das ist genau das was wir brauchen! Bei Viertaktöl dagegen kommt es weniger auf saubere Verbrennung an, weil die heutigen Motoren einen kaum noch messbaren Ölverbrauch haben. Hier sind lange Standzeiten gefordert, also das totale Gegenteil...

 

Was meint Ihr dazu, sollte man es wagen? Technisch ist zumindest der eigentliche Umbau sehr leicht zu bewerkstelligen und jederzeit rückstandslos wieder zu beseitigen, was spricht dagegen?

 

Gruß Arne

Hallo Arne!

Mein Wissensstand:

Zweitaktöl soll nur einmal schmieren, dann rückstandsfrei verbrennen.

Soweit für Wankelmotoren wünschenswert, sauberes Öl, das keine Verbrennungsrückstände hinterläßt.

Allerdings:

Der Flammpunkt bei üblichen Zweitaktölen liegt so niedrig (soll ja sofort verbrennen), das es auf dem heißen Bogen der Trochoide gar nicht mehr schmiert.

Es gibt aber auch Zweitaktöle, die einen hohen Flammpunkt haben und handelsüblich sind, beispielsweis von Motul.

Das wird beispielsweise von einem Bekannten in einer RE5 genutzt, die hat eine Getrenntschmierung.

Das Fahrzeug läuft damit jetzt bereits über  80.000 km, kann also eigentlich auch nicht ungeeignet sein.

Auch die Öldosierpumpe des Ro läßt sich umbauen auf Ölzufuhr von außen, das halte ich für die bessere Lösung, da die ja Last- und Drehzahlabhängig fördert.

 

Aber auch mit modernen vollsynthetischen Viertaktölen hab ich da keine Schwierigkeiten mit verölten Kerzen oder starkem Bläuen..

 

Im Übrigen ist gerade für die modernen Dieselmotoren eine extra Spezifikation geschaffen worden, weil sehr wohl Festkörperschmierstoffe/Verbrennungsrückstände  in den bis dahin üblichen Ölen die Abgasfilter zusetzen,damit sind  diese Öle sind dann ja auch bestens zum Betrieb im Ro geeignet.

 

Mahlzeit,

 

wie baut man denn die Öldosierpumpe so um, das aus einem externen Öltank gefördert wird?

 

Wie ist das originale Mischungsverhältnis Öl / Benzin beim Ro80? Also von "X" bis "Y"?

 

Mit dem Flammpunkt ist das so eine Sache, nach dem ich da mal gründlich im Net gesucht habe verstehe ich das jetzt so, das ab einer bestimmten Temperatur Rauchbildung einsetzt.

 

Das heist aber nicht, das dann gleich alles verbrannt ist.

 

Es gibt Zweitaktöle zu Kaufen, die haben einen deutlich höheren Flammpunkt als normales viertakt Öl. Von denen wird aber für den Alltagsbetrieb abgeraten, weil die nicht so rückstandslos verbrennen wie "normales", das ist reines Rennöl.

 

Wir sprechen hier aber ausschließlich vom Zweitaktmotor, betreffs der Verwendung von Zweitaktöl im RO80 habe ich nichts gefunden. Jedenfalls läuft in Hamburg ein RX 8 und bald ein weiterer Ro (nein, meiner isses noch nicht) mit Zweitaktöl, später gibt´s dann einen Erfahrungsbericht.

 

Gruß

 

Arne

Merke: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch Kammervolumen!

Bild von Philipp

Hallo Arne,

auch Herr Fabritius sprach mir gegenüber mal von der wahlweisen Möglichkeit der Verwendung von Zweitaktöl, vorgemischt über den normalen Benzintank und bei gleichzeitiger Stillegung der Öldosierpumpe. Vor allem bei Wankelspidern wurde das wohl öfter praktiziert, weil dessen Öldosierpumpe bis auf 0 eingestellt werden kann. Letzteres ist bei der Öldosierpumpe vom Ro80 wohl nicht möglich, also auch keine Fehlerquelle für den drohenden Motorexitus durch fehlende Schmierung.

Welches Öl dafür genommen werden sollte, weiß ich allerdings auch nicht; soweit hatten wir das damals auch nicht ausdiskutiert, weil für mich sowas nicht in Frage kommt. (Die Mischerei bei meiner Kreidler früher hat mir gereicht...).

Gruß

Philipp

Hallo,

unser weltweit RO 80 - fahrendes Clubmitglied Klaus van Deylen
hat meines Wissens jahrelange Erfahrung mit "Obenöl-Schmierung".
Vielleicht kann man ihn ja dazu bringen, an seinen - guten - Erkenntnissen
auch alle Clubmitglieder teilnehmen zu lassen.

Beste Grüße

Lothar Sesterhenn

 

Bild von Christoph

DMWAN schrieb:

"Obenöl-Schmierung".

Hallo Lothar,

 

Wofür genau steht der Begriff ?

 

Gruß, Christoph

"Eine Unterscheidung von Perzeption und Illusion ist sinnlos." Humberto Maturana

 

Auch ich habe jahren mit getrenntschmierung gefahren, ohne probleme. Dafur habe ich die öldosierpumpe umgebaut und ein separaten ölbehalter genutzt. Hatte problemlos functioniert!

 

Bei der umbau auf flussiggas habe ich wieder eine "normale" pumpe reingebaut da ich der platz für der verdämpfer brauchte. 

 

Wenn interesse, schreib mich ein PB: ich wurde ein bild von der umbau zuschikken.

 

MfG,

 

Michel

Bild von Christian von Klösterlein

 

 

Ist doch klar:

 

Das Motorenöl wird beim Ro 80 für drei Zwecke benutzt.

Motorschmierung

Drehmomentwandler

'Obenschmierung' (d.h. Dosierung zum Brennstoff).

 

Gibt es ein Öl das für diese drei Zwecke gleich gut geeignet ist? Wohl kaum. Daher erscheint eine Getrenntschmierung sinnvoll: Obenschmierung durch Zumischen von Zweitaktöl zum Kraftstoff, entweder im Tank oder durch eine seaprate Speisung der Ölpumpe, wie es  Michel getan hatte.

 

Aber es fahren auch hunderte von Ro's mit der Drei-Zweck-Schmierung durch ein Öl!

 

 Original ist schön, man muß es aber nicht übertreiben

Moin Moin, klar geht es auch original aber ich meine das Zweitaktöl für diesen, unseren, Zweck geschaffen wurde. Und nicht nur meine Wenigkeit hatte schon Probleme mit Ölkohle. Meine momentane Einkaufsliste beinhaltet folgendes: Für den Wandler und den Motor SAE 20 W 50 Liquiqui Moli Oldtimer Öl, für die Dichtleisten und Co Zweitaktöl, veredelt mit einem Ölzusatz aus dem Hause Mathy.

Merke: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch Kammervolumen!

Bild von Christoph

Wieder was gelernt :-)

 

Ein weiteres Hoch auf dieses Forum !

 

 

 

 

 

 

 

"Eine Unterscheidung von Perzeption und Illusion ist sinnlos." Humberto Maturana

Bild von TERTIA

Hallo,

 

hat jemand hier im Forum Erfahrungen mit Triboron 2-Takt Öl? http://www.triboron.de/

Habe im Boot noch einen alten aber zuverlässigen 2-Takter und hier fahre ich ein Mischungsverhältnis von 1:120.

Keine blaue Fahne mehr beim Starten und die Kerzen bleiben viel sauberer!

 

Gruß Andreas

Bild von Christian von Klösterlein

 

 

Dieses Thema ist schon mehr als 20 Jahre alt, siehe diesen Artikel aus 
Die Trochoide 37 (1993):

 

Wer gut schmiert...

Die Verbesserungen des Schmiersystems im Ro 80 durch Mats und Östen Olofsen, Schweden

Wer hat nicht schon mal auf einem Treffen den Ro 80 mit dem 'Hochdruckkessel' unter der Motorhaube gesehen? Das war der Wagen von Mats und Östen Olofsen mit drei getrennten Schmiersystemen. Man weiß: Das Schmieröl im Motor des Ro hat drei Aufgaben:

Umlaufschmierung des Motors

Speisung des Drehmomentwandlers

Einspritzung zum Kraftstoff.

lm Prinzip stellt jede dieser drei Aufgaben andere Anfor-derungen an das Öl. Mit dem einen Ölkreislauf muß man nun einen Kompromiß schließen, und der ist, wie jeder weiß, die schlechteste aller Lösungen.

Vater und Sohn Olofsen haben erstmal den Schmierkreis-lauf aufgetrennt in einen Motor- und einen Wandler-Kreislauf. Jeder Kreislauf bekam seinen eigenen Kühler, und für den Wandlerkreislauf wurde ein separater Umlaufbehälter installiert, eben jener Behälter, der mit seinen vielen Inbus-Schrauben den Eindruck eines Hochdruck-Behälters macht . Das war Schritt eins. Aber nun wurde immer noch dasselbe Öl für die Umlaufschmierung des Motors und als Dosierung zum Kraftstoff verwendet. Das Dosier- oder Mischöl wird zum größten Teil verbrannt aus dem Auspuff ausgestoßen, aber ein Teil bleibt als Ablagerung im Motor. Wegen dieses Problems werden oft besondere Öle empfohlen: Shell Rotella, das mit besonders wenig Asche verbrennt, und die voll-synthetischen Öle. Nun gibt es aber ein Öl, das aus-schliefllich für diesen Zweck entwickelt ist: Zweitaktöl.

Mats und Östen Olofsen dachten ihren Gedankengang konsequent zu Ende: jetzt wird auch noch die Öldosierung abgetrennt. Mit ein paar Änderungen der Dosierpumpe bedient diese sich jetzt nicht mehr aus dem allgemeinen Ölvorrat des Motors, sondern wird aus einem separaten Behälter gespeist, der Zweitaktöl enthalt. Nun gibt es Zweitaktöle und Zweitaktöle; manche schwören auf die speziellen Außenborderöle, andere wieder auf die bei Kettensägen verwendeten Typen. Der Varianten sind also viele.

Der letzte Bericht war, daß einer der umgebauten Moto­ren 120.000km bei bester Gesundheit erreicht hat. Sicher wäre der Olofsen-Wagen einen Preis wert unter den 'ver-besserten' - der eine sucht die Verbesserungen eben an Karosserie und Ausstattung, der andere in den Innereien.

 

Wie gesagt, aus Die Trochoide 37 (1993), Seite 13

 

 

 Original ist schön, man muß es aber nicht übertreiben

Bild von Guido

Die Schmierungüber die Öldosierpumpe zu separieren sehe ich ja ein. Hier kann gutes Öl sicher von Vorteil sein.

Warum aber der Wandlerkreislauf abgetrennt werden soll, kann ich gar nicht vestehen. Selbst bei den großen 170PS-871er-Motoren funktioniert der Wandler mit dem Motoröl einwandfrei. Auch größere Belastungen sind ohne Probleme zu meistern . Ich habe noch nie gehört, daß dabei irgendjemand Schwierigkeiten hatte, es sei denn, es ist was Anderes am Motor defekt !

 

Es muß nicht alles original sein !

Bild von herbert blank

 

 

     

   

Hallo Michael,habe an meinem RO die Öldosierpumpe umgebaut,indem ich die 2 Bohrungen für zu und rücklauf nach vorne   verlegt und hinten verschlossen habe.Als Anschluss nahm ich Entlüfternippel vom Bremssattel,einen Behälter vom Motorroller ,Tekalanrohr und Anschlussschläuche.Nach weiteren Überlegungen kam mir der Gedanke das ich den Rücklauf nicht brauche,da ich ja keinen Öldruck vom Motor bekomme und habe den Zulauf vom Ölbehälter auf die große Bohrung gelegt,und den Rücklauf mit einer Schraube verschlossen.Nach einstellen der Pumpe und anschliessender Probefahrt schien alles OK zu sein,Motor lief normal,positiv fiel mir auf das das Auto nicht mehr so aus dem Auspuff stinkt,was ich damit erreichen wollte.Als ich die Pumpe nochmal ausbauen musste, weil Öl aus dem Oberteil austrat wegen defekter Dichtung,stellte ich fest,das sich am Antrieb da wo der Sprengring sitzt rotes Rolleröl(Zweitaktöl) austrat.Ich gehe davon aus das es nicht richtig ist, das das Rolleröl in den Ölkreislauf kommt, oder andersrum.Ich denke ich habe alles Richtig gemacht,weiss aber nicht ob man die Antriebsschnecke mit einem Simmerring abdichten muss,oder ob  die Ölmenge so gering ist das es sich nicht vermischt.Habe meine alte Pumpe wieder eigebaut, bin so auf der sicheren Seite,bis ich eine Lösung gefunden habe .Würde mich freuen wenn Du etwas dazu sagen könntest, wäre für einen Tipp oder evtl. Kosten dankbar.Habe die Info im Forum gelesen,und wenn George Dein Vater ist ,glaube ich Ihn schon lange zu kennen,und würde mich freuen ihn am Lagerfest zu treffen.Mit freundlichem Gruss,und Danke im Voraus,Herbert Blank.

Mahlzeit!
Nu isses so weit, meiner fährt seit einiger Zeit mit Zweitaktöl. Umbau wie folgt: Ölrohr zwischen öldosier und Benzinpumpe entfernen und die Bohrung an der Dosierpumpe für die Hohlschraube mit einer Schraube M8 x 1.0 verschließen. Als Anschluß für den Benzinschlauch an der Benzinpumpe wird ein sogenannter “Ringschlauchstutzen“ benötigt. Den habe ich mir im KFZ Teilehandel besorgt, ist aber ein Normteil. Der zur Hohlschraube passende ersetzt den Schlauchstutzen am Ölrohr, hat aber einen Anschluß für einen 6 mm Benzinschlauch, original sind hier 8 mm. Das ist aber problemlos, weil der Benzinfilter kurz vor der Pumpe 6 und 8 mm Schläuche aufnimmt. Nun noch halbsynthetisches Zweitaktöl im Verhältnis Eins zu hundert in den Tank und los! Erster Eindruck: Nimmt spontaner Gas an und die Leerlaufdrehzahl stieg leicht an. Das gleiche beschreibt ein Stammtischmitglied, bei dem wir den Umbau vor ein Paar monaten gemacht haben, allerdings mit Ausbau der Öldosierpumpe. Die haben wir ausgebaut und die Öffnung mit einer Metallplatte verschlossen. Das war schlecht “dicht“ zu bekommen, daher die Lösung mit der M 8 x 1.0 Schraube. So macht es keine Probleme, die Stange zum Vergaser haben wir ausgehängt und die Regelwelle der Pumpe in geschlossener Stellung fixiert. Wenn langzeit Erfahrungen vorliegen, werde ich berichten.
Gruß Arne

Merke: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch Kammervolumen!

Schönen guten Abend, Nun, nach tausend KM "Zweitakterfahrung" ein erster kurzer Bericht... Der Verbrauch ist um ca. 0,5 Liter gesunken und die subjektiv gefühlte Leistung ist gestiegen. Er hängt besser am Gas, die Leerlauf Drehzahl ist gleich zu Beginn um ca. 100 UpM angestiegen. Anfangs habe auf 1 : 100 Dosiert, nun bin ich bei 1 : 125. Das entspricht dem original. An einer umgebauten Dosierpumpe wäre ich aber doch interessiert, weil ich feststelle, dass es nach einer gewissen Standzeit zu deutlichen Qualmwolken beim Anlassen kommt. Das Gemisch im Tank scheint sich nach kurzer Zeit zu entmischen und das Öl wandert nach unten. Somit ist das im Tank befindliche Gemisch nicht mehr überall im Tank im gleichen Maße zusammen gesetzt, nach unten hin ist es Fetter. Der Anschluss für die Benzin Leitung liegt am tiefsten Punkt, somit wird nach dem Anlassen ein zu fettes Gemisch verbrannt, später ein zu mageres. Falls also Mal jemand Dosierpumpen umbaut... Gruß Arne

 

Merke: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch Kammervolumen!

Bild von david

Arne Kunstmann schrieb:

Der Verbrauch ist um ca. 0,5 Liter gesunken […] die Leerlauf Drehzahl ist gleich zu Beginn um ca. 100 UpM angestiegen.

 

Klingt gut. Kann jemand erklären warum das so ist?

 

MfG

david

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1975 aquablau