Antworten auf häufig gestellte Fragen

Warum hat sich der NSU Ro 80 nicht durchgesetzt?

  1. Der Ruf seines Motors war durch anfängliche Schwierigkeiten ruiniert.
  2. Er kam in die Ölpreiskrise von 1973.
  3. Als NSU von VW gekauft und mit der Auto Union verschmolzen wurde, hatte der Konzern zwei Autos im gleichen Marktsegment, nämlich Audi 100 und Ro 80. Einer mußte verschwinden, und das war nicht der erfolgreiche und gewinnbringende Audi 100.

Die Sache mit dem Ruf und dem ominösen Drei-Finger-Gruß bedarf einiger Erläuterung:

NSU hat beim Ro 80 die Parole ausgegeben: jeder zweifelhafte Motor zurück ins Werk! Und als Garantie gab es 30.000 km oder drei Jahre (damals war 10.000 km oder ein Jahr üblich). Das geschah einerseits, weil man aus Fehlern lernen wollte, zum Anderen auch, weil die Kundendienst- und Werkstättenorganisation ungenügend auf den Wankelmotor vorbereitet war - trotz intensiver Schulung. So wurden viele Motoren, die nur einer vernünftigen Einstellung bedurft hätten, ausgetauscht. Aus der Garantie-Abteilung in Neckarsulm war zu hören: Mehr als Dreiviertel aller "kaputten" Motoren konnte nach einer Grundeinstellung von Vergaser und Zündung das Werk wieder als "fabriksüberholte Austauschmotoren" mit Garantie verlassen. Von den übrigen waren die meisten durch Fehlbedienung vorzeitig verschlissen; Ölmangel oder Überdrehzahlen waren die häufigste Ursache. Bald schon wurde daher eine Ölmangelsicherung eingebaut (ein Wankelmotor braucht prinzipbedingt stets Öl) und es wurde ein Warnsummer gegen Überdrehzahl installiert. Andere Motoren waren verschlissen, weil sie im Stadtverkehr stets im großen Gang gefahren worden waren (geht ja beim Ro 80 mit seinem hydraulischen Drehmomentwandler).

Die von NSU großzügig gehandhabten Garantie- und Kulanzleistungen wurden vom Publikum falsch verstanden. Diese Austauschpolitik hat sich eher zum Nachteil für NSU ausgewirkt.